So selbstverständlich wie lesen und schreiben?

Schwimmende Flaschenpost

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Als ich mich für meinen Roman mit dem Thema (funktionaler) Analphabetismus bzw.  Leben mit geringer Literalität beschäftigt habe, ist mir klar geworden, dass es mindestens noch ein weiteres Thema gibt, das für mich und viele andere ebenso selbstverständlich ist wie lesen und schreiben zu können.

Achtung SPOILER  :), wenn du Geheimsache! WortMUT noch nicht gelesen hast.

                                       S c h w i m m e n !

Ich hatte das Glück, dass ich bereits im Kindergartenalter mit den anderen Jungen und Mädchen regelmäßig die Schwimmschule Bolle in Hemer besucht habe. Und dass unsere Familie oft Urlaub am Meer gemacht hat.

Dass das gar nicht so selbstverständlich ist, ist mir erst viel später klar geworden.

Zeitungsartikel "schwimmen"

 

Meine zweite Protagonistin Margarethe Berggruen, die nach Clemens Meinung mit beiden Beinen fest auf der Erde steht UND alles kann, hinkt ihrem Traum auch im hohen Alter von fast Mitte Achtzig noch hinterher.

Sie hilft ihrem Nachbarn Clemens, dass er das Nicht-lesen-und-schreiben-können angeht. Währenddessen spürt sie selbst immer stärker den Wunsch, schwimmen zu lernen.

Letztendlich ist es Clemens (der vorerst nichts davon ahnt), der ihr durch sein mutiges Handeln ein ebensolches Vorbild ist.

Margarethe traut sich :) und wird reichlich belohnt!

Aber lest selber!!! Und werft mal einen Blick auf das Schwimmabzeichen, dass die Zeichnerin Melanie Kubon und ich entworfen haben :)

Es ist ein „Später Wellenreiter“, auch wenn Clemens behauptet, es sei ein betagter Delfin …

Meinst du, wir haben bei der DLRG eine Chance mit dem neuen Abzeichen für die Generation 60+?

Schwimmabzeichen

Am eigenen Leib habe ich erfahren, wie wichtig es ist, schwimmen zu können, als ich letztes Jahr eine morgendliche Schwimmrunde im Meer eingelegt habe.

Auf einmal war bei Fast-Ebbe immer noch zuviel Strömung und der wirklich kurze Schwimmweg zum Strand zurück schien ewig lang. Gut, dass mich meine Beinmuskulatur nicht im Stich gelassen hat. Meine Arme waren wie Pudding.

So wichtig ist es, bereits als junger Mensch schwimmen zu lernen und auch zu üben. Nur ein „Seepferdchen“ hilft nicht in brenzligen Situationen!!

Leider sind in manchen Städten Schwimmbäder marode oder bereits geschlossen, für Kindergarten- oder Schulschwimmen fehlen die Kapazitäten. Dazu fällt in der Grundschule eher Schwimmen aus als Rechnen oder Schreiben.

Ein guter Start war die erste „Iserlohner Schulschwimmwoche“ im Sommer letzten Jahres, bei der in einer Woche  1000 Kinder der Klassen 2 – 4 täglich ans Schwimmen gewöhnt bzw. weiter geschult wurden. Über 50 Übungsleiter waren mit von der Partie.

Ein toller Anfang!

Zeitungsartikel "schwimmen"

Und wenn du – wie Margarethe – schon älter bist und trotzdem noch schwimmen lernen möchtest, sprich darüber.

Es wird Hilfe angeboten.

Du und ich, wir müssen sie nur annehmen.

Uns trauen.

Und jetzt: Viel Spaß mit meinem Roman!!

2 Antworten auf „So selbstverständlich wie lesen und schreiben?“

  1. Ich habe tatsächlich noch im wunderschönen alten Stadtbad in Iserlohn bei Bademeister Schulte schwimmen gelernt. Das muss so 1960 gewesen sein. Ein Seepferdchen machte man damals noch nicht. Wohl aber den Freischwimmer(15 Minuten schwimmen +Sprung vom 1m Brett +1 Ring vom Boden holen) und den Fahrtenschwimmer(30 Minuten Schwimmen+Sprung vom 3m Brett+3Ringe vom Beckenboden hochholen)
    Am schlimmsten fand ich das Springen.

    1. Hallo Bernhild, ich weiß, dass mein Uropa dort zum Schwimmen und auch nur zum Duschen gegangen ist. Früher war es ja noch nicht so bequem wie in unseren Badezimmern heutzutage. Im Alten Stadtbad kenne ich leider nur das wunderschöne Treppenhaus und die Fotos vom Schwimmbad. Übrigens: Springen war auch nicht so meins ;)
      Gruß, Sonja

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