Iserlohn – der Schlüssel zur Kaffee-Welt

Kaffeetasse

Natürlich schreibe ich diesen Blog-Beitrag mit einem leichten Schmunzeln. Aber nichtsdestotrotz hat Iserlohn eine Menge mit Kaffee zu tun.

Doch vorerst wünsche ich dir und euch ein Gutes Neues Jahr!

Iserlohner Kaffeemühle

Eine befreundete Iserlohner Autorin und leidenschaftliche Kaffeetrinkerin hat einmal gesagt:

Kaffee ist immer ein guter Anfang.

Und worüber könnte ich zu Jahresbeginn besser schreiben als über etwas, das anscheinend einen guten Anfang auszeichnet.

Kaffee also.

Wer meinen Blog verfolgt hat, hat mit Sicherheit auch die kleine Kaffeemühle gesehen, die die Seiten schmückt. Wie ich erst jetzt festgestellt habe, ist es keine Iserlohner Kaffeemühle, aber das tut der ganzen Sache keinen Abbruch.

Verschiedene Kaffeemühlen (Bäckerei Grote, Iserlohn)

Setzkasten in der Iserlohner Bäckerei Grote

Was hat jetzt aber Iserlohn mit Kaffee beziehungsweise der Kaffeemühle und meinem Roman zu tun?

Mein Protagonist Clemens Bischof ist bekennender „echter Kakao“ und „frisch gemahlener Kaffee“ – Trinker. In seinem Haushalt gibt es natürlich auch eine echte Iserlohner Kaffeemühle.

Wer ihn und seine neue Nachbarin Margarethe Berggruen schon kennengelernt hat, der weiß, dass die beiden älteren Herrschaften nach einer kurzen Aneinandergewöhnzeit den Kaffee nur noch frisch gemahlen in Clemens Wohnung trinken ;)

Bis zur Recherche zum Thema Kaffeemühle war mir gar nicht klar, dass diese Mühlen in Iserlohn in der Fabrik von Kissing & Möllmann in der früheren Bachstraße hergestellt wurden.

Der Fabrik, in der meine Kolleginnen und ich seit August unsere neuen Büroräume in Bezug genommen haben. (Für Auswärtige: In Iserlohn schließt sich der Kreis immer ;))

Obere Mühle - Büro

 

Von daher werde ich mit Hilfe von Wikipedia und der Internet -Seite der IGW ein paar Sätze zu dem schreiben, was in grauer Vorzeit begann … außerdem passt es super zu meinem Vorhaben, Altes zu bewahren ;)

Fabrik Kissing & Möllmann

Die unter Denkmalsschutz stehende Iserlohner Fabrik Kissing & Möllmann (K&M) war ab Gründung 1826 an der Iserlohner Wasserstraße im Ortszentrum angesiedelt. Nach der Übernahme des Handelshauses Ballot, Möllmann & Co stieg das Iserlohner Unternehmen  (als Kissing, Möllmann & Co.) in die Bronzewarenproduktion ein. Es folgte die Konzession zum Bau einer Metallgießerei an der Bachstraße, die heute Obere Mühle heißt.

Kissing & Möllmann war eines der bedeutendsten Kommissionshandelshäuser in der Provinz Westfalen und fertigte unter anderem Beschläge, Leuchter und Schiffsglocken.
 
Überregional bekannt wurde das Unternehmen ab 1872 durch die Herstellung von KAFFEEMÜHLEN.
 

1894 hatte Kissing & Möllmann 120 Mitarbeiter und stellte jährlich 200.000 Kaffeemühlen her. Das Unternehmen war sogar GRÖßTER Kaffeemühlen-Hersteller in DEUTSCHLAND. Zu dieser Zeit war es auch das erste Unternehmen, das bedruckte Kaffeemühlen aus Blech herstellte.

Durch den Ersten Weltkrieg wurde der Kommissionshandel stark eingeschränkt und erreichte danach nicht mehr das Vorkriegsniveau. Er wurde 1963 eingestellt. Die Weltwirtschaftskrise und den Zweiten Weltkrieg konnte das Unternehmen überstehen, musste jedoch 1980 Konkurs anmelden und kam zum Erliegen.

Im Iserlohner Museum für Handwerk und Postgeschichte, in dem ich vor einigen Jahren einen Iserloihner Platt – Abend (Mittwochs im Museum) besucht habe, finden sich noch unzählige dieser Kaffeemühlen.

Wer mehr zu dem spannenden Werdegang des Fabrikkomplexes an der Oberen Mühle wissen möchte, verfolgt einfach diesen Link zur Seite der IGW.

 

 
Straße Kaffeemühle
Straße Kaffeemühle topographisch


Und noch etwas ist mir bei der Recherche aufgefallen.

In der Iserlohner Heide, nah beim Friedhof Barendorf, gibt es eine Straße, die den Namen KAFFEEMÜHLE trägt!

Die Erklärung dazu habe ich im Iserlohner Straßenverzeichnis gefunden.

Der Straßenname bzw. die alte Flurbezeichnung geht vermutlich auf die ehemaligen Häuser Nr. 1, 3 und 5 zurück. In diesen wohnten Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiteten, aber in den Wintermonaten hier Kaffeemühlen (oder Teile davon) montierten. Ihr Auftraggeber war die Metallwarenfabrik Kissing & Möllmann. […]

Kaffeebohnen

Bild von NickyPe auf Pixabay

 

Bei dem Thema Kaffee bin ich auch auf einigen Internetseiten gestrandet, die eine Rückschau geben, wie früher etwas altbacken Werbung für Kaffee gemacht wurde. Mit den antiquierten Ansichten zur Rolle der Frau brauche ich gar nicht erst anzufangen …

Wer kennt noch die Tchibo Kaffee-Werbung oder Herrn Darboven mit seinem Idee-Kaffee?  Einfach herrlich, wie holperig die Sätze klingen, aber auf eine Art ist es trotzdem schön, in die alten Zeiten zu tauchen.

Und zwar ins Jahr 1990!! – nicht in die Sechziger, wie man meinen könnte ... googelt doch mal!

Viel Spaß mit dem neuen Wissen in Iserlohner Heimat- und Kaffeegeschichte, ein gutes neues Jahr und …

Apropos … das duftet ja hier gerade so richtig lecker!

Kaffee, Clemens und co.

2 Antworten auf „Iserlohn – der Schlüssel zur Kaffee-Welt“

  1. Liebe Sonja, eine super schöne und informative Anregung.
    Zur Ergänzung: der Museumspädagogische Peter Häusser
    hat im letzten Sommer im Schnöggel Garten auch über Kaffee
    und die Iserlohner Kaffeemühlen berichtet. War auch spannend.

    Ich wünsche dir und deinen Lieben ein gesundes, kreatives und zufriedenes Jahr. Danke für die guten Wünsche und die tolle
    Recherchearbeit.

    Herzliche Grüße, Charlotte

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