Gestern – Heute – Morgen: Wörter im Wandel

Lexikon der bedrohten Wörter (Cover)

Eines Tages fiel mir das LEXIKON DER BEDROHTEN WÖRTER in die Hände. Und während ich durch das spannende Buch blätterte, las ich immer wieder vergessene oder lange nicht mehr gehörte Wörter. Wörter, die zumeist unsere Großelterngeneration benutzt hat (und die – da verrate ich ein klitzekleines Geheimnis – zum Teil auch in meinem Roman vorkommen werden ;)).

In diesem Blogbeitrag möchte ich einige dieser alten Begriffe nennen und Lust wecken, selber nach Wörtern aus der Vergangenheit zu forschen. Natürlich möchte ich BODO MROZEK nicht die Schau stehlen, sondern vielleicht sogar den Verkauf seines Lexikons ankurbeln. Ich versichere Ihnen, wer die Muße hat, sich mit den bedrohten Wörtern zu beschäftigen, wird sie nicht mehr missen wollen …

Ganz von alleine werden beim Lesen der manchmal altbacken anmutenden Begriffe Bilder aus der eigenen Jugend auftauchen. Sie werden auf die Suche gehen, den Dachboden oder den Keller durchforsten, um alte Fotoalben, Kinderbücher oder sonstiges mehr zu finden.

Dachboden mit Büchern

pixabay

 

                   betuppen                                      Frollein                      Hagestolz                          Kowa                                  Rabatz                  verdorri                                                                  Bangebüxe            Kavaliersdelikt                               dulle               Hackenporsche                   betütteln      Donnerlittchen                          Kavalier                                  Kaltmamsell                                                   Bohnerwachs                  Kirmes                 Heißsporn                    Aussteuer Hüftgold                Lohntütenball            Schisselameng                             Ranzen

Froisepitter                   Bückling                  schwofen                                                                Backfisch                                              Perle                             Litfasssäule                                                         Fisimatenten

 

Manche Begriffe werden heute noch benutzt, doch wer zum Beispiel weiß, was genau eine Kaltmamsell ist oder der Lohntütenball?

Und mit Bückling und Backfisch ist alles andere gemeint als gebratener oder geräucherter Fisch! Von der Perle ganz zu schweigen. Hier ist es aber einfacher, über die Verbindung zur Auster darauf zu kommen, dass auch die menschliche Perle etwas sehr kostbares ist.

Wer kennt die Lösung zu Bückling und Backfisch? Reisen Sie doch mal einige Jahre zurück in die Vergangenheit …

 
 
Litfasssäule

Bild von Gina Janosch auf Pixabay

Und seien Sie sich sicher, beim nächsten Treffen mit Eltern, Groß- oder vielleicht sogar Urgroßeltern haben Sie ein super Gesprächsthema. Welche bedrohten Wörter fallen ihnen von ganz alleine ein? Wenn nicht – was ich nicht glaube – hilft die freundliche Konfrontation mit den Beispielen aus meinem Beitrag.

Da wird so manche Kindheitsgeschichte zutage gefördert und bald werden die Wangen der älteren Generation gefärbt sein und die Augen leuchten und eine Anekdote folgt auf die andere …

Viel Vergnügen bei der Erinnerungsreise!

16 Antworten auf „Gestern – Heute – Morgen: Wörter im Wandel“

  1. Fisimatenten verboten ja die Mütter ihren Töchtern, wenn die Franzosen sie mit “visitez ma tente” in ihr Zelt locken wollten.
    Wo kommt denn mein Name her?

    1. Hallo Kollege :) … danke für den Kommentar. Kollege Schnürschuh bedeutet Freund, kann aber auch verwendet werden, wenn man den Namen nicht kennt. Bekannter ist Kamerad Schnürschuh. So haben die deutschen Soldaten die österreichischen Kameraden im Ersten Weltkrieg genannt, weil sie ‘nur’ geschnürte und nicht geschlossene Stiefel (Knobelbecher) trugen. Ich gestehe, die Weisheit beruht auf Wikipedia ;) Verspäteten Gruß, Sonja

  2. Also, liebe Sonja. Da hast du ja etwas angestoßen!!!🤗
    Das hat Suchtcharakter!!!!!
    Zwischendurch sind mir immer wieder Wörter eingefallen.
    Notizzettel lag parat.
    Dreikäsehoch, Kratzfuß, Schuhwichse, Vatermörder, Luftikus, Nesthäkchen, Sektlaune, Kaffeeprütt, Wonneproppen, Backpfeife, Naseweis, Tropfenfänger, bauchpinseln, hanebüchen, in Harnisch geraten…
    Ach ja: Backfisch — Bezeichnung für junges Mädchen
    Bückling — Verbeugung
    Ein Notizzettel liegt weiterhin parat.
    Liebe Grüße von mir
    Johanna

    1. Na endlich hat sich mal jemand an den falschen Fisch getraut ;) Danke dir, Johanna. Und genau diesen Suchtcharakter sollte es ja auch auslösen. Das freut mich. Besonders gut hat mir der Dreikäsehoch gefallen und bauchpinseln …
      Vatermörder hat mir Angst gemacht, aber ich konnte mir auch tatsächlich nichts darunter vorstellen. Dank Wikipedia bin ich jetzt schlauer. Ein steifer Hemdkragen ist gemeint! Puh! Manche Bezeichnungen sind nicht ohne. Danke für die ganzen Wörter und sammel ruhig weiter.
      Sonja

  3. Hallo Clemens,
    bei diesem Wetter fallen mir diese Wörter ein.
    Kennst Du die Wörter: “Nuckelpinne” oder “gleisnerisch” oder “ridikül”?
    Bestelle schöne Grüße an Sonja,
    Karin

    1. Liebe Karin, da muss ich mir doch ernsthaft Gedanken machen, dass ich außer bei der Nuckelpinne keine Ahnung habe. Tja, so ein Gefährt hätte ich auch gerne gehabt. Ein BMW Isetta fällt mir zum Beispiel dazu ein, gerne auch Knutschkugel genannt. aber gleisnerisch und ridikül sind mir völlig fremd. Hilfst du mir auf die Sprünge? Sonst muss ich googeln (da kann mir Margarethe dann helfen ;), die ist nicht so hinter dem Mond mit diesen neumodischen Sachen). Gruß, Clemens

    2. Hi Clemens,
      soweit ich weiß, heißt gleisnerisch etwa heuchlerisch oder bigott und ridikül – so etwa wie lächerlich, lachhaft
      “:D” – soll ein lachender Smiley sein …
      Schönes Wochenende Karin

  4. Hallo Sonja, ein schöner Beitrag. Mir sind auch wieder einige Wörter eingefallen. Kennst du den Ausdruck Pinn im Kopp oder dremmeln oder Transuse? Gruß Erika

    1. Willkommen in meinem Blog :) Dremmeln ist bummeln und eine Transuse ist mir auch bekannt. Bei Pinn im Kopp musste ich ja nochmal persönlich bei dir nachhaken. Der Ausdruck meint eine eitle, arrogante Person. “Die hat doch ‘n Pinn im Kopp!” Was man heute wohl dafür sagen würde?

      Danke für deine Wortgeschenke.

      Wer traut sich denn an den Backfisch und den Bückling ran?
      Clemens wartet … Lieben Gruß, Sonja

  5. Hallo Clemens,
    da hast Du ja ein interessantes Buch aufgetan. Ich schaue einmal, ob ich es noch im Buchhandel kaufen kann.
    Sonnige Grüße Karin

    1. Hallo Karin, das ist echt super! Sonst kannst du mal in meins gucken, Sonja hat bestimmt nichts dagegen. Apropos, hast du auch noch ein “altes“ Wortgeschenk für mich? Gruß, Clemens

  6. Lieber Clemens,
    das ist eine tolle Idee, die alten Wörter mal wieder herauszuputzen und sie sich auf der Zunge zergehen zu lassen …
    Was für ein klanglicher Geschmack …
    Das Buch kenne ich, weiß nur gerade nicht, in welcher grünen Kiste im Keller es sich befindet.
    Liebe Grüße,
    Sabine.

    1. Hi Sabine, heute habe ich schon wieder ein schönes altes Wort gehört. Sich genieren – das habe ich auch lange nicht im Ohr gehabt. Ich bin gespannt, was für Wörter mir noch zugespielt werden. Lieben Gruß, Sonja

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