Iserlöihner Platt – von der Zeile verschwunden?

Stammbaum

… ausnahmsweise absichtlich unscharf ;)

Ein Blogbeitrag über Iserlöihner Platt.

Mein Stammbaum liegt ausgerollt zu meinen Füßen. Ich bin tatsächlich in der fünften Generation Iserlohnerin.

Wer kennt und kann heute noch Plattdeutsch, wie es vor einigen Generationen Alltag gewesen ist?  Meine Uroma hat es ausgiebig gesprochen. Ihre Tochter ein wenig und die Enkelin – die dann auch gleichzeitig meine Mutter ist ;) – kennt nur noch ein paar Sätze. Ich kann es leidlich verstehen. Und das finde ich zu wenig und wirklich schade. Mit jeder Generation verschwinden die Besonderheiten von Sprache mehr und mehr.

Mir sind nur wenige der typischen Sätze im Gedächtnis geblieben, die ich vor vielen Jahren aufgeschnappt habe. (Die nachstehende Schreibweise, vielleicht sogar die Übersetzung ist eventuell nicht ganz richtig …)
“Wat hebt sei ‘n kurt Himd an.” – Was hat sie für ein kurzes Hemd/ Kleid an.

“Deine! Mach dein Dür tau! Et trecket.” – Mädchen, mach deine Tür zu! Es zieht. (Gewitterluft?)

“Mein Döttken.” – Kosewort?

“Mein Jüngesken.” – … das erklärt sich von selbst ;)

Buchdruck - Holzbuchstaben

Bild von Free-Photos auf Pixabay

Schriften und Sprachen fand ich von jeher spannend. Und da entstand die Idee, Iserlöihner Platt in mein neues Buchprojekt zu integrieren, dem dieser Blog angegliedert ist. Naheliegend war, dass Lotte, die (mittlerweile) verstorbene Gattin meines Protagonisten Clemens Bischof, Fachfrau für Iserlöihner Platt ist. Da ich selber in dieser Hinsicht nicht gut bewandert bin, brauchte ich kompetente Menschen, die mir auf die Zeile helfen.

Ich wollte mehr über diese Besonderheit wissen, die es alleine in und um Iserlohn in zahlreichen Varianten gibt. In der Iserlohner Stadtbücherei wurde ich fündig, ebenso wie im Mönnig-Verlag.

Iserlohner Stadtmuseum - Fachwerkhaus -

Ein plattdeutscher Abend vor einigen Jahren aus der Reihe ‘Mittwochs im Museum’ am Fritz-Kühn-Platz, war ein erster Schritt zu testen, was ich überhaupt verstehe. Der Zuspruch zu dieser Veranstaltung von seiten der Gäste war enorm. Und einen großen Teil der Geschichten und Dönekes konnte auch ich inhaltlich verstehen. Oder mir zumindest zusammenreimen. Mein Interesse wuchs weiter.

Der Besuch von zwei plattdeutschen Gottesdiensten, die jährlich in Iserlohn-Hennen angeboten werden, hat mich dann dazu ermuntert, Kontakt zu den Vorlesenden zu knüpfen.

Flyer Gottesdienst - Foto Johanneskirche Hennen

Flyer übersetzt und bearbeitet von F.A. Berthold/ Fr. Schmidt

Leider besteht die Gruppe, die zusammen geübt hat, nicht mehr. Aber eine der Damen hat spontan zugesagt, mir Hilfestellung zu geben, wenn ich für mein Buchprojekt Texte in Platt übersetzen möchte. Als die Übersetzung fertig war,  haben wir uns in Hennen getroffen und geschnackt. Ein sehr nettes Treffen bei einer guten Tasse Kaffee :)

Danke nochmal dafür!

Die Schwierigkeit ist und war, festzustellen, ob es sich bei der Sprech- und Schreibweise um Hennener oder das gewünschte Iserlöihner Platt handelt. Da bin ich nach wie vor schlichtweg überfordert.

Aber kommt Zeit, kommt bestimmt auch hier Rat …

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