Ins Wasser gefallen … Teil II

Verschiedene Münzen in Deutscher Mark und Pfennigen

… fällt diesmal regelrecht ins Wasser. Während Mika sich gerade noch abfangen kann, landet er nach einem genialen Weitsprung auf seinem Allerwertesten! Der Junge stößt ein quiekendes Geräusch aus und hält sich erschrocken die Hand vor den Mund, als er seinen Freund mit dem bekleideten Hinterteil im Nassen sitzen sieht.

„Mist, Clemens! Hast du dir weh getan? Warte, ich helfe dir.“

Doch dieser strahlt vergnügt über das ganze Gesicht. „So viel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr!“ Er rafft sich auf und mit gegenseitiger Hilfe findet auch er wieder auf die Füße. „Schau mal, was ich im Wasser gefunden habe, mein Junge.“ Er hält eine grünliche Münze zwischen den Fingern, putzt sie an der bereits schmutzigen Hose ab und betrachtet sie eingehend.

„Was ist das?“ Mika kann sich das Geldstück nicht erklären.

„Ich habe fünf Pfennig gefunden. Das ist wie der Blick in ein anderes Leben. Mein früheres.“

„Pfennig? Kenne ich nicht. Und wieso früheres Leben? Erzählst du mir eine Geschichte davon?“

„Das will ich wohl. Aber jetzt müssen wir erst nach Hause, uns umziehen, sonst schimpft deine Mama, wenn du krank wirst.“

„Stimmt. Nicht, dass wir Zwei nicht mehr zusammen Schach spielen dürfen.“ Er verschließt die Münze fest in seiner Faust. Die andere Hand hält die Turnschuhe mit der feuchten Socke.

Clemens geht voran. Etwas o-beinig mit gebeugten Knien, die nasse Hose leicht aufgekrempelt. Barfuß gehen sie den Weg nach Hause. Nur wenige Spaziergänger begegnen ihnen. Zweien erklärt Mika kurzerhand und ohne Nachfragen, dass sie ein tolles Abenteuer erlebt haben.

Sie erreichen Clemens Zuhause. Eine schmutzige Spur aus feuchten Fußabdrücken, zweien in Größe 37 und zwei größeren, zeugt von einem ungewöhnlichen Ausflug, nachdem sich die Wohnungstür hinter den Beiden geschlossen hat.

„Ich gehe ins Bad, die Füße und die Beine waschen und mich umziehen. Gib mir mal deine schmutzige Socke. Ich wasche sie kurz durch im Becken und dann legen wir sie auf die Heizung. Wenn dich deine Mutter nachher abholt, ist sie wieder trocken.“

„Hier. Ich muss die Füße aber auch sauber machen, glaube ich. Und neue Socken brauch ich. Hast du welche in meiner Größe?“

Clemens ist mittlerweile hinter der Badtür verschwunden. „Ich glaube nicht“, dringt es gedämpft durch die kleine Scheibe. „Du kannst Wollsocken von mir haben.“ Einige Minuten später kommt er sauber und trocken angezogen aus dem kleinen Bad. „Jetzt du. Hier hast du ein Gästehandtuch. Das ist zwar klein, aber für deine Füße müsste es reichen. Du kannst die Seife nehmen, die am Waschbecken liegt. Setz dich auf den Badewannenrand und halte die Füße unter den Wasserhahn. Aber pass auf, dass das Wasser erst gut gemischt ist.“

Mika beeilt sich, die Füße zu waschen und trocken zu rubbeln. In Gedanken ist er bereits bei einem heißen Kakao und einem Schachspiel. Oder doch eher bei der Geschichte von früher. Clemens erzählt so toll, dass er sich alles richtig gut vorstellen kann. „Da bin ich! Her mit den Socken.“

„Na, die sind wohl etwas groß – aber Hauptsache ist, dass sie dich wärmen.“

Bald darauf sitzen sie am Esstisch in der guten Stube. Mika setzt vorsichtig das ersehnte Schokogetränk an die Lippen.

„Magst du ein Schnittchen dazu? Ich habe noch Harzer Roller und Camembert. Wurst ist aus.“

„Hast du kein Nutella?“

„Nein, das führen wir hier nicht, junger Mann.“

„Okay. Dann mit Camembert. Harzer stinkt!“

„Er riecht intensiv.“

Mika grinst ihn an …

 

FORTSETZUNG FOLGT

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.